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Paddeltipps

In der Rubrik "Paddeltipps" geben wir Tipps rund um den Kanusport. Teil eins: Was eigentlich jeder Paddler können sollte - die Eskimorolle.

Eskimorolle

Die Eskimorolle ist wohl das bekannteste Rettungsmanöver im Kanusport. Für Paddelanfänger ist sie nicht ganz leicht zu lernen, wenn man sie erstmal kann, hilft das aber ungemein. Nicht nur, dass auf vielen Bächen nicht immer die Möglichkeit besteht, nach dem Kentern an Land zu Schwimmen und dort das Boot zu leeren. Wer die Rolle kann, paddelt in der Regel deutlich sicherer, weil die "Angst vorm Reinfallen" entfällt und man sich in kritischen Situationen wieder ins Boot drücken kann.

Der Schwung aus der Hüfte ist der erste Schritt zur perfekten Eskimorolle. Es bringt wenig, gleich mit dem Paddelschlag zu beginnen, um sich mit seiner Armkraft wieder über Wasser zu drücken, das gibt anfangs höchstens Muskelkater. Der meiste Schwung sollte aus der Hüfte kommen, das Paddel wird später nur noch zur Unterstützung dienen.

Also erstmal am Beckenrand, Steg oder der Bootsspitze des Partners festhalten und ins Wasser fallen lassen. Beine hinter die Schenkelstützen klemmen und das Boot wieder aufrichten. Dabei den Oberkörper und die Arme wenig bewegen, der Schwung kommt aus der Hüfte und sollte nicht sehr kraftraubend sein. Auf jeden Fall zu beiden Seiten üben, damit später auch die Rolle auf beiden Seiten klappt.

Der Griff zum Paddel Wer diese Bewegung kann, kann das Paddel in die Hand nehmen. Erstmal kann man auch einen Auftriebskörper am Paddelblatt befestigen, das hilft, das Paddel an der Oberfläche zu führen. Oder das Blatt von einem erfahrenen "Eskimoroller" führen lassen. Wir beschreiben hier die Rolle zur rechten Seite, aber auch die andere Seite nicht vernachlässigen!

Beine in die Schenkelstützen klemmen, leicht nach vorne lehnen und nach rechts ins Wasser fallen lassen, zu dieser Seite wollen wir uns dann auch weider hochdrehen. Jetzt hängt man unter dem Boot und schaut Richtung Himmel. Das Paddel legen wir rechts neben das Boot an die Wasseroberfläche, dabei liegt das rechte Blatt auf der Wasseroberfläche. Und jetzt wird es interessant: Wir führen das rechte Blatt in einem Bogen bis neben das Boot, die linke Hand führt das linke Blatt am Hintern des Paddlers vorbei durch die Luft über die nach oben weisende Unterseite des Botes. Beim Bogenzug des Paddels das Blatt leicht anstellen, um sich durch diesen Zug nach obendrücken zu können. Der Bogenzug sollte nahezu an der Wasseroberfläche entlang geführt werden. Dazu kommt jetzt der Hüftschwung, der hilft, das Boot aufzurichten. Zum Schluss das rechte Paddel zum Boot hinziehen und damit sich aufrichten. Der Kopf wird übrigens als letztes aus dem Wasser gehoben.

Natürlich kann man durch diesen Bericht die Rolle nicht lernen und die Praxis nicht ersetzen. Das Wichtigste: üben, üben, üben. Auch die hier beschriebene Technik wird jeder etwas anders ausführen. Nicht weiter tragisch, nach etwas Training wird jeder den für sich optimalen Stil ermitteln.

Rolle für Fortgeschrittene: Wie gesagt, der wichtigste Kick kommt aus der Hüfte. Wer die Rolle erstmal kann, für den ist das Paddel nicht mehr so wichtig. Experten könne die Rolle auch ohne das Paddel, mit Schwimmbrett oder Ball als Auftrieb oder nur mit den Händen. Unter Umständen ist die Handrolle sogar leichter als die "normale" Eskimorolle, da man sich nicht auf die Paddelführung konzentrieren muss. Auf jeden Fall ist die Versuchung nicht so groß, sich mit viel Kraftaufwand über das Paddel aus dem Wasser zu drücken.

Ausrüstung. Je kleiner das Boot, desto leichter geht in der Regel die Eskimorolle, natürlich hängt das aber auch von der Bootsform ab. Bewährt hat sich wegen seiner runden Form zum Beispiel der Eskimo-Topo. Hilfreich sind auf jeden Fall eine Schwimmbrille zur Orientierung und eine Nasenklemme. Wie gesagt, nützlich ist auch ein Auftriebskörpter für das Paddel. Am Anfang kann auch mal ein Stechpaddel hilfreich sein, weil da nicht "das halbe Paddel" im Weg ist.

Wo übt man die Rolle? Am Besten im Kanuverein, etwa im Hallenbad oder im Sommer im Kanal. Wichtig ist, dass ein Helfer neben dem Boot stehen kann oder bei fortgeschritteneren vom Boot aus Hilfestellungen geben kann.

Mathias Schwenke


© 24.02.2006 Kanuverein Hamm

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